Große Rückbegegnung 2009

 

Zusammenführen Mittel- und Südosteuropäischer Jugend - Auswertung von Langzeiteffekten internationaler Jugendbegegnungen

Das Seminar brachte über 50 Personen, meist junge Erwachsene, aus acht Mittel- und Südosteuropäischen Staaten - Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Deutschland, Montenegro, den Niederlanden, Polen und Serbien - zusammen. Gemeinsam verbrachten die Teilnehmer, die alle entweder als jugendliche Teilnehmer, Betreuer, Workshopleiter oder Organisatoren in die internationalen Jugendbegegnungen um und mit „CAMPUS15 – Jugend wagt den Frieden e.V.“ involviert waren, vier Tage in Vukovar in Kroatien.

Diese Begegnungen fanden im Zeitraum von 1998 bis 2008 statt, insgesamt acht Sommercamps in Deutschland, vier Rückbegegnungen im westlichen Balkan, ein Trainingskurs in Deutschland (2005) und ein Auswerteseminar in Montenegro (2008) wurden erfolgreich durchgeführt. Dies bedeutet, dass CAMPUS15 gemeinsam mit seinen Partnern und durch die Unterstützung verschiedener Jugendprogramme der Europäischen Union in der Lage dazu war über 350 Jugendliche zusammenzubringen.


Das oberste Ziel dieser Bemühungen war stets und ist immer noch, Frieden und Verständnis zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen im westlichen Balkan zu fördern und zwar in Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus Mitteleuropa, um diese Länder auf ihrem Weg in die Europäische Union zu unterstützen. Mit diesem Seminar wollten die Organisatoren in Erfahrung bringen, welche Langzeiteffekte die über ein Jahrzehnt andauernde Jugendarbeit mit sich gebracht hat und wollten den Erfahrungsaustausch anregen. Zusätzlich wurden weitere Projekte und die Unterstützungsmöglichkeiten durch das „Jugend in Aktion“ Programm der Europäischen Kommission diskutiert.

Jugendinitiativprojekt 2009

Das erste von Campus15-Jugendlichen selbst organisiertes Projekt fand in Bosnien und Herzegowina statt.

Vom 28.07. bis zum 07.08.2009 trafen sich 31 Jugendliche aus Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Kroatien, Montenegro, den Niederlanden, Polen und Serbien in Gorazde, Bosnien. Das Besondere daran: Ein Großteil der Gruppe hatte bereits am CAMPUS15 Summercamp 2006 in Königswinter und der Reunion 2007 in Bela Palanka und Tuzla teilgenommen. Zusammen mit neuen Teilnehmern haben sie das geschafft, was bisher noch niemand probiert hat:


Zwei Jahre nachdem sie das letzte Mal als Gruppe aufeinander trafen, haben sie es aus eigener Initiative und durch eigene Organisation, natürlich mit Unterstützung von CAMPUS15, geschafft, eine Förderung der EU zu bekommen und schließlich wieder unter dem neuen Motto „Youth for Y.O.U. – yourself, others and understanding“ zusammenzukommen.


Natürlich ging es dabei um mehr, als um das pure Wiedersehen und die neuen Teilnehmer kennen zu lernen.

Die Gruppe hatte sich vorgenommen, in Gorazde mit körperlich behinderten Kindern zu arbeiten. Als dieser Plan vor Ort nicht umzusetzen war, zeigten alle wieder genug Begeisterung und Elan, um sofort ein neues Projekt auf die Beine zu stellen. So kam die Gruppe mit den örtlichen Jugendlichen in Kontakt und säuberte die Stadt.

Um außerdem trotzdem etwas für die behinderten Kinder tun zu können, entschloss die Gruppe sich, das Haus, in dem die Kinder betreut werden, zu renovieren. Sie bauten Regale für die Flure, Bänke, um vor dem Haus sitzen zu können, entrümpelten den Garten und malten schließlich das Logo des Hauses auf eine Seitenwand. Um auch ein möglichst persönliches Andenken zu hinterlassen, prangen nun neben diesem Logo ebenfalls 31 verschiedene Handabdrücke.

Auch in den nationalen Gruppen vorbereitete Workshops durften natürlich nicht fehlen. Dabei ging es um die EU und die Beziehung der Teilnehmer zu ihr, Nationalismus, Rassismus, Kinder- und Menschenrechte und soziale Ausgrenzung. Alles Themen, mit denen Jeder konfrontiert ist und über die ein Austausch zwischen den verschiedenen Ländern wichtig ist.

Aber auch bei diesen ernsten Themen gelang es der Gruppe Kreativität und Spaß immer mit einzubringen.

Alles, was diese 31 Jugendlichen diesen Sommer geleistet und erlebt haben ist wie die Jahre zuvor in einem selbst gedrehten Video und einer Zeitung dokumentiert, so dass auch sie selbst eine möglichst lebendige Erinnerung an Gorazde haben, bis sich die Gruppe das nächste mal treffen kann. Denn dieser Sommer war sicher nicht der letzte.

Sommercamp 2009

Mitteleuropa trifft Südosteuropa

Unser dreiwöchiges 8. Sommercamp mit Teilnehmern aus den westlichen Balkanstaaten und Mitteleuropa ging am 15. August zu Ende. Die 35 Jugendlichen und ihre 10 Betreuer kehrten wohlbehalten in ihre Heimatländer Bosnien und Herzegovina, Kroatien, Montenegro, Serbien, die Niederlande, Polen und in ihre Heimatorte im Rhein-Sieg-Kreis zurück. Alle haben im Malteserhof in Königswinter, Standort und Unterkunft für das Sommercamp, und in der Bonn-Kölner Region viel erlebt, erlernt, erfahren und für ihre persönliche Zukunft viele Freundschaften geschlossen.

Im Mittelpunkt des Programms standen vertrauensbildende Aktivitäten, Floßbauen und Floßfahren, Klettern, Diskussionsrunden zum Leben in den jeweiligen Heimatländern, zu Europa und den Menschenrechten, kreative Workshops Theater, Musik, Landart, Zirkus sowie Medienprojekte Zeitung, Radio und Video. Auch das Phantasialand, Köln und Bonn wurden besucht.

Was auch dieses Jahr auffiel: Die jungen Menschen aus den westlichen Balkanländern, die ja noch draußen vor der EU Tür stehen, bringen den EU europäischen Dingen großes Interesse entgegen, und ihre Vorkenntnisse sind beachtlich.

In der Rückschau begreifen sich die jungen Menschen als Gemeinschaft, in der es darauf ankommt, eigene Beiträge einzubringen und nicht darauf zu warten, dass von „oben her“ schon was geschehen würde. Sie waren von der Gruppendynamik und vom plötzlich vorhandenenVerständnis füreinander selbst überrascht und nehmen mit nach Hause, dass in kurzer Zeit eine offene und sich vertrauende Gemeinschaft entstehen kann, unabhängig von Religion oder Nationalität.

Wie Umfragen zum Ende des Camps belegen, möchten sie im nächsten Jahr zu einer Rückbegegnung erneut zusammenzukommen. Die Gruppe hat sich dafür ausgesprochen, die Themen Umwelt, Medien und Kommunikation sowie Anti-Diskrimierung zum Inhalt der Rückbegegnung zu machen und dabei aber auch gemeinsam an einem sozialen Projekt für andere zu arbeiten. Unser montenegrinischer Partner, die NRO SVETIONIK aus Bar, hat bereits mit den Vorarbeiten für eine Rückbegegnung 2010 in Montenegro begonnen und einen Förderantrag auf finanzielle Unterstützung in Brüssel eingereicht.

Rückbegegnung 2009

 

Junge Europäer in Südosteuropa - Ein Gemeinschaftsprojekt zur Förderung von gesellschaftlichem Engegement, der Umwelt und Menschenrechten.

Nach wirklich sehr, sehr langen 353 Tagen trafen sich beinahe alle Teilnehmer des Summercamps 2008 erneut. Diesmal nicht in Deutschland, sondern in Serbien. Die erste und längere Zeit dieser Rückbegegnung verbrachten wir in Bela Palanka, wo wir in Zelten schliefen – einige von uns zum ersten Mal. Das Gelände der gastgebenden Pfadfinderorganisation “Remizijana” befindet sich auf einem Hügel, von dem aus man eine malerische Aussicht auf den Ort hat. Das einzige Leid war, dass dieser kleine Berg tagtäglich mehrere Male erklommen werden musste – sodass man sich lieber zweimal davon überzeugte, nichts vergessen zu haben, bevor man sich auf diesen Weg machte.

Am Anfang hatten wir Workshops mit den Schwerpunkten Einflüsse der Medien und Integration von Roma in der Gesellschaft. Durch diese Workshops lernten wir unter anderem einiges über die Lebensverhältnisse dieser Minderheit in Bela Palanka. Uns wurde ebenso ermöglicht, Roma Jugendliche zu treffen und den größten Teil unserer Zeit gemeinsam mit ihnen zu verbringen, was wirklich großartig war. Während unserer Arbeit in einem lokalen Kindergarten unterstützen sie uns tatkräftig und brachten uns viele Dinge bei. Unsere praktische Arbeit bestand aus der Konstruktion von Klettergerüsten und Sitzbänken, dem Erstellen kleinerer Spielsachen und dem Bemalen von Mauern und vorhandenen Blumenkästen. Unsere Roma Freunde boten sich auch an, uns durch die Stadt Niš zu führen. All diese Dinge und Erlebnisse brachten uns schlussendlich zu einer sehr emotionalen Abschiedsnacht, obwohl wir unseren Aufenthalt in Bela Palanka eigentlich mit einem lustigen Maskenball abschließen wollten… Für die gesamte Zeit im Camp waren wir unter anderem in Projektgruppen eingeteilt, durch deren Arbeit wir versuchen wollten, alle wichtigen Momente in Erinnerung zu behalten. Es wurde ein Camp-Video gedreht, ein Blog erstellt, eine Zeitung gedruckt und ein Fotoalbum zusammengestellt. Nicht zu vergessen ist die Sport- und Party-Gruppe, deren Aufgabe darin bestand, die Freizeit auf eine unterhaltsame und interessante Art und Weise zu gestalten.

Den zweiten Abschnitt des Camps lebten wir in der wunderschönen Stadt Subotica, in der wir eine deutlich bessere Situation der örtlichen Gemeinschaft erkennen konnten. Die Minderheiten hier sind nicht so ausgeschlossen wie wir es in Bela Palanka erkennen konnten. In Subotica besichtigten wir das Stadtzentrum mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Auch hier hatten wir interessante Workshops, in denen wir nicht nur Zuhörer sondern aktive Teilnehmer sein konnten: Wir machte eine Umfrage mit Leuten im Ort. Sie sollten die Situation der lokalen Minderheiten einschätzen und wir waren sehr zufrieden mit den Ergebnissen, da es überraschende Auskünfte gab.

Verglichen mit den Zelten, an die wir mittlerweile gewöhnt waren, erschien uns das Studentenwohnheim, in dem wir nun untergebracht waren, wie das Plaza Hotel...
Während der letzten Tage hatten wir wichtige Gespräche mit den Betreuern, die zukünftige Projekte betrafen. Die ganze Gruppe hat sich dazu entschlossen, sich im nächsten Jahr für ein eigenes, selbstständiges Projekt wieder zu treffen. Im Gespräch mit anderen Teilnehmern stellte sich schnell heraus, dass sich alle freuen würden, 2010 ein eigenes Camp zu organisieren.