Sommercamp 2016

Sommercamp 2016 - European Youth for Peace: Creating a United tomorrow

Den Sommer seines Lebens verbringen? Das wünschen sich die meisten Jugendlichen, wenn sie beginnen, Pläne für die Sommerferien zu machen. Ein dreiwöchiges Sommercamp in der Jugendherberge in Bad Honnef hört sich für Dich nicht danach an? Das sehen die Teilnehmer des diesjährigen Sommercamps ganz anders.

Die 48 Menschen aus Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Kroatien, Montenegro, Serbien, Polen und diesmal auch Albanien kannten einandern zu Beginn nicht, ein Zusammentreffen mit unterschiedlichen Kulturen und Hintergründen. Nach der gemeinsamen Zeit kannten sie einander so gut wie es eigentlich nach 3 Wochen unvorstellbar sein sollte. Es sind Freundschaften fürs Leben entstanden. Genau das macht das Sommercamp zu etwas ganz Besonderem!

Begonnen hatte alles mit Creative Adventure Games, Rafting und Klettern. Teamwork, Vertrauen und Kreativität waren gefragt. In den Elementary Groups, denen jeder Teilnehmer zugeordnet ist, werden jegliche Gedanken und Erfahrungen täglich ausgetauscht. Besonders in den Abendstunden fand jedoch das wahre Kennenlernen statt. Dabei waren auch Partys und die altbekannten Campfire nicht wegzudenken.

Der International Evening ist ein besonderes Ereignis des Sommercamps. Jede nationale Teilnehmergruppe präsentiert den anderen ihr Land mit seiner Kultur und seiner Einzigartigkeit. Natürlich wird hier auch gegessen, gesungen und getanzt. Es geht nicht nur darum die anderen Länder kennenzulernen und zu verstehen, sondern auch diese zu erleben. In sieben Ländern zur gleichen Zeit zu sein, das ist nichts, was man jeden Tag erlebt.

Workshops waren ein ebenso wichtiger Bestandteil des Camps. Europa, die EU, Aktivismus, insbesondere auf lokaler Ebene und Menschenrechte sind Themen, mit denen sich die Teilnehmer auseinandersetzten. Hier konnte jeder seine eigene Position äußern, sich mit anderen austauschen und diskutieren. Einige fanden erst hier zu ihrer eigenen Einstellung. Fremde wurden zu Freunden fürs Leben. Differenzen wurden zu Gemeinsamkeiten. Das Sommercamp verändert. Youth goes for peace und ganz besonders, Youth goes for a United tomorrow. 
Dem Sportlichen gefielen wohl besonders die Olympics und der Schwimmausflug, dem Kreativen die Creative Workshops, die in der zweiten Woche stattfanden. Ob Drum Playing, Creative Writing and Activism, Theatre, Circus oder Masks. Für jeden war etwas dabei. Jede der Gruppen hatte den anderen am Ende der Woche ein beträchtliches Ergebnis zu präsentieren.
Auch eigene Workshops wurden von den Teilnehmenden organisiert. Hier galt es genauso Eigeninitiative zu ergreifen, wie bei der Pressekonferenz mit einem Vertreter aus jedem Land und der Aktion Street Activism auf den Straßen in Bonn.
So gehörten auch ein Ausflug nach Bonn, eingeschlossen eines Besuchs des „Haus der Geschichte“ und nach Köln mit zum Programm. Ein ganz besonderes Erlebnis natürlich die Leckereien im HARIBO shop.

Doch auch wenn die Gruppe sich nach all den gemeinsamen Erlebnissen nicht mehr trennen wollte, musste der letzte Tag kommen. Hierzu gehörte auch ein gemeinsames Grillen mit Eingeladenen, für das die Teilnehmenden ein eigenes Programm auf die Beine gestellt hatten.
Jeder Außenstehende konnte sehen, wie diese sich anfangs fremden Jugendlichen zu einer unzertrennlichen Gruppe geworden waren. So wird ihr „Campus 15 Adventure“ zum Glück nächstes Jahr weiter gehen. Schon jetzt können sie das Wiedersehen bei der Rückbegegnung kaum noch erwarten.
Weitere Eindrücke des Sommercamps 2016 auf dem Blog der Teilnehmenden:

youthgoesforpeace.blogspot.fr/2016/08/day-1-so-1st-of-august-finally-came-and.html

Train to maintain, teach to reach - 21st century competencies

Unsere kroatische Partnerorganisation edvu Europski dom hat im Sommer 2016 das Projekt „Train to maintain, teach to reach – 21st century competencies“ organisiert. An dem Sommercamp in  Vukovar, am Ufer der Donau, nahmen Jugendliche aus Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Kroatien, Rumänien, Serbien und der Ukraine teil. Die deutsche Gruppe mit 6 Teilnehmern wurde von Campus 15 entsandt. Das erlebnisreiche Treffen im Osten Kroatiens nahe der serbischen Grenze wurde mit Mitteln aus dem Programm Erasmus+ der Europäischen Union gefördert.

Das Projekt war neben dem kulturellen Austausch der Vermittlung und dem Erwerb von individuellen Kompetenzen gewidmet, die übergreifend für die persönliche und berufliche Entwicklung der Teilnehmer in allen Ländern des geografischen Europa wichtig sind. Diese länderübergreifenden gleichen Kompetenzen werden bislang in den Bildungssystemen der meisten Länder kaum berücksichtigt.

Mit der Vermittlung von Orientierung und Perspektiven für das Leben nach dem ersten allgemeinen Bildungsabschluss widmete sich die Begegnung damit einem Problem, das für alle Teilnehmer gleich welcher Herkunft ebenso relevant ist: Die Bewältigung der verbreiteten Jugendarbeitslosigkeit, welche gerade auch in den Ländern des Westbalkans ein großes Problem darstellt.

Bei aller Konzentration auf die Erarbeitung von gemeinsamen und individuellen Problemstellungen in unterschiedlichen Workshops kamen mediale, kreative, sportliche und kulturelle Aktivitäten wie ein interkultureller Abend nicht zu kurz. Exkursionen sowohl nach Vukovar und in die Umgebung, als auch nach Osijek, waren ein besonderes und verbindendes Erlebnis für die Teilnehmer. Eine Schnitzeljagd quer durch die Stadt und ein Tag auf der Donauinsel trugen hierbei zu einem unvergesslichen Sommercamp bei. Man lernte nicht nur miteinander, sondern vor allem auch voneinander. Ein Beispiel sind die bosnischen Lieder, die zur Freude aller Umstehenden auch am Flughafen noch gesungen wurden.

Es ist nicht nur gelungen im Miteinander ein gegenseitiges Verständnis der Teilnehmer aus den unterschiedlichen, oft ehemals verfeindeten Ländern und Volksgruppen zu fördern und zu vertiefen, sondern auch Freundschaften fürs Leben zu knüpfen.  Es entstand eine internationale Gemeinschaft, die einen nachhaltigen verbindenden Effekt hat, allen Beteiligten wahrscheinlich noch lange in Erinnerung bleiben wird und in Zukunft hoffentlich als Inspiration für den eigenen Beitrag an einem toleranteren und offeneren Europa dient.

Einblicke in das Projekt finden sich auf der Facebookseite https://www.facebook.com/tmtr21/?fref=ts und in dem Blog https://tmtrblog.wordpress.com/blog/ der Teilnehmer.

(Hannah Besser und Lisa Neumann 2016)