Internationale Jugendbegegnungen für Jugendliche aus Westeuropa und aus Südosteuropa

Ein Beitrag zur menschlichen Verständigung und zum friedlichen Zusammenleben in Europa

 

UNSERE ZIELE

Jungen und Mädchen im Alter von 15 – 17 Jahren aus sechs Ländern werden zu Internationalen Jugendbegegnungen eingeladen. Die beteiligten Länder sind: Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Polen und Deutschland.

Wichtig ist uns, dass diese Jugendlichen gleichaltrige Menschen aus anderen Ländern, Kulturen, Religionen, Volksgruppen unmittelbar kennenlernen und mit diesen im Sommercamp zusammenleben. Das Sommercamp ähnelt also einer Reise durch sechs Länder.

Die europäische Entwicklung ist in den teilnehmenden Ländern unterschiedlich ausgeprägt. Dies betrifft auch die Lebensperspektiven der Jugendlichen und ihrer Familien. Liegt die Zukunft in einer nationalen oder in einer europäischen Identität? Ist Kooperation oder Abgrenzung / Ausgrenzung wichtig für die Zukunft? Welche Werte sind im örtlichen und internationalen Zusammenleben wichtig? Was gibt den Jugendlichen Heimat in einer zunehmend globalisierten Welt?

Wir glauben daran, dass Kooperation der beste Weg in eine gemeinsame europäische Zukunft ist. Durch die konkrete Begegnung mit anderen Menschen ist es möglich Modelle eines gemeinsamen friedlichen Zusammenlebens in Europa zu fördern…und gleichzeitig die sozialen, regionalen und kulturellen Unterschiede zu respektieren. Gewaltfreie Konfliktlösungen sind wesentlich. Wir wollen dazu beitragen, dass Jugendliche ein friedliches und kooperatives Zusammenleben in Europa kennenlernen und gemeinschaftlich einüben.

Dazu arbeiten wir eng mit Jugendorganisationen aus den anderen Ländern zusammen.

 

DER WEG

Seit 1998 wurden zehn dreiwöchige Sommercamps im Rheinland und zehn Rückbegegnungen in Ländern des westlichen Balkans, verschiedene Trainingskurse für Jugendbetreuer aus Mittel- und Südosteuropa und Evaluierungstreffen mit Betreuern und internationalen Experten für Konfliktmoderation durchgeführt.

In den Sommercamps steht zunächst Vertrauensbildung im Vordergrund. Wir befassen uns mit der praktischen Umsetzung von Menschenrechten / Kinderrechten.                                          Die unterschiedlichen Lebensverhältnisse und Regeln in den Herkunftsländern werden genauso zum Thema wie das Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen und Religionen. Durch persönliche Begegnungen ist es möglich Vorurteile und Stereotype aufzubrechen. Menschen aus anderen Ländern werden nahbar und ihre Verhaltensweisen besser verstehbar.

Die aktuellen Entwicklungen wie Migration und Klimawandel, Globalisierung und Digitalisierung sind nur gemeinsam zu lösen. Auch dazu braucht es ein „Together for Europe“.

In den zweiwöchigen Rückbegegnungen in einem der Partnerländer wird gemeinschaftlich auch an seinem sozialen Projekt gearbeitet.

Im dritten Jahr, nach Sommercamp und Rückbegegnung, kann Campus 15 die Teilnehmer, dabei unterstützen eine weitere Begegnung selbständig vorzubereiten und durchzuführen. So gelingt es, die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum gemeinsamen Handeln für ein friedliches Europa zu gewinnen - und das in drei aufeinander folgenden Jahren über alle ethnischen, nationalen und religiösen Grenzen hinweg.

Die 40 jugendlichen Teilnehmer(-innen) werden durch ein internationales Team von  erfahrenen Jugendgruppenleitern begleitet.
 

ZUSAMMENLEBEN GELINGT NUR AUF DER BASIS VON VERTRAUEN

Für ein Zusammenleben von Menschen in einer internationalen Gemeinschaft ist die Entwicklung von Vertrauen grundlegend wichtig. Dazu gehört das Selbstvertrauen ebenso wie das Vertrauen in andere Menschen und in die Zukunft. Vom Vertrauen hängt auch der Frieden in Europa ab. Im Sommercamp werden daher vertrauensbildende Maßnahmen angeboten, wie z.B. gemeinsame Übungen im Kletterwald, Rafting, Rollenspiele, kreative Methoden und Exkursionen. Gewaltfreie Konfliktlösungen werden eingeübt.

Die allzu gewohnte Haltung „Wir sind die Guten und böse sind immer die Anderen“ hat in Europa immer wieder zu zerstörerischer Gewalt geführt.  Erforderlich ist ein Miteinander   „auf Augenhöhe“ zwischen den Menschen und den staatlichen Gemeinschaften. Die gegenseitige Achtung und Anerkennung stärkt die Jugendlichen mit ihren Kompetenzen      und ermöglicht eine gemeinsame Zukunft.

Wir besuchen wichtige geschichtliche und politische Orte ebenso wie Kirchen / Gebetsräume verschiedener Religionen. Wir befassen uns auch damit was das Vertrauen in eine (gemeinsame) Zukunft stärkt und wie sich jeder in seinem Alltag dafür einsetzen kann, dass Zusammenleben gelingt.

Die Frage von Vertrauen / Misstrauen in die gesellschaftlichen Kräfte gilt für alle Partnerländer gleichermaßen, wenn auch in unterschiedlicher Form.

Wir arbeiten bewusst mit Partnerorganisationen aus den Balkanländern und aus Osteuropa zusammen. Die Länder auf dem Westbalkan sind einerseits noch von den Folgen des sogenannten „Jugoslawienkriegs“, und seinen dahinterliegenden ethnischen und politischen Konflikten, geprägt - anderseits sind sie der entscheidende Baustein für die weitere europäische Integration.

Für die osteuropäischen Lander ist die Frage nach der eigenen Identität und der europäischen Zugehörigkeit von hoher Bedeutung.

Das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen, Kulturen und Religionen in Europa braucht die Erfahrung, dass man anderen Menschen vertrauen kann und mit ihnen zusammenleben kann.

In multikulturellen Gesellschaften ist es wichtig in „versöhnter Verschiedenheit“ miteinander zu leben: „Vielfalt ist viel Wert“.

 

ÜBER CAMPUS 15

Campus 15 wurde 1997 gegründet und ist beim Amtsgericht Siegburg als gemeinnütziger Verein eingetragen. Campus 15 ist politisch und konfessionell unabhängig, gemeinnützig und anerkannter Träger der freien Jugendhilfe in Lohmar.

Campus 15 arbeitet mit allen Jugendorganisationen und dem Jugendamt in Lohmar zusammen.


Mit den nachfolgenden Preisen wurde Campus 15 bisher ausgezeichnet:
2001:  Sonderpreis des Rhein-Sieg Kreises für Ehrenamt und Völkerverständigung;
2003:  Bilz-Preis (Köln) für Völkerverständigung;
2005:  Rhein-Sieg-Sportförderpreis für beispielhaftes soziales, gesellschaftliches Engagement;
2009:  den erstmals vergebenen Europäischen Bürger-Preis des Europäischen Parlaments.

 

WOHER WISSEN WIR; OB UNSERE ARBEIT ETWAS BEWIRKT?

Wir gestalten das Programm gemeinsam mit den Partnerorganisationen und den teilnehmenden Jugendlichen. Jeder kann etwas wesentliches zum Gelingen beitragen.

Zu Beginn des Sommercamps wird ein sogenannter „Camp-Treaty“ vereinbart. Die Jugendlichen selber setzen dabei ihre Schwerpunkte und sozialen Regeln.  Das Leben in der Gruppe wird regelmäßig gemeinsam reflektiert. Am Schluss jeder Maßnahme erfolgte eine Gesamtauswertung und die gemeinsame Planung der Rückbegegnung im Folgejahr.

Die Jugendlichen bleiben mit uns und untereinander in Verbindung. Sie schreiben uns: „Danke, dass uns gezeigt wurde, dass zwischen Menschen, die sich in ihrer Heimat nicht ausstehen können, ein gemeinsames Leben möglich ist.“ Beinahe alle Teilnehmer sind bei einer Rückbegegnung im Folgejahr dabei.

 

WIE WERDEN DIE PROJEKTE FINANZIERT?

Fördermittel aus dem Jugendprogramm der Europäischen Union und des Kinder- und Jugendförderplans NRW ermöglichen die Finanzierung der Internationalen Jugendbegegnungen. Ergänzend werden Mitgliedsbeiträge und Spenden eingesetzt. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. So können auch Spenden zu 100 % in die Friedensarbeit investiert werden.

Die Teilnehmerbeiträge werden gering gehalten, so dass alle interessierten Jugendlichen teilnehmen können.

 

Was machen wir mit einer Spende von 1.000 €?

1 Platz im dreiwöchigen Sommercamp bereitstellen (Anreise, Kost und Logis und Programm)

Was machen wir mit 500 EURO?

Erlebnispädagogik im Klettergarten für die Jugendlichen finanzieren

Was machen wir mit 100 EURO?

z.B. Materialien für die Renovierungsarbeiten in einem sozialen Projekt bei der Rückbegegnung kaufen

 

Jede Spende ist willkommen und fördert die internationalen Jugendbegegnungen unmittelbar. Campus 15 ist gemeinnützig und stellt entsprechende Spendenbescheinigungen aus.